Die Veranstaltung präsentierte die Ergebnisse des LIFE Carbon Farming-Projekts in Spanien, darunter die ersten Carbon-Farming-Projekte des Landes, die auf der Grundlage der Arbeiten in 122 Rindermast- und Milchviehbetrieben entwickelt wurden.
Vertreterinnen und Vertreter der OECD, des französischen Label-Bas-Carbone-Systems, öffentlicher Behörden, Universitäten und Forschungseinrichtungen diskutierten die Rolle nationaler Daten und der Landwirtinnen und Landwirte bei der Entwicklung von Initiativen zur Dekarbonisierung der Landwirtschaft.
Madrid, 22. Juni 2026 – Am 18. Juni fand auf dem UAX-Campus in Chamberí eine Konferenz statt, die der Vorstellung der im Rahmen des LIFE Carbon Farming-Projekts entwickelten Carbon-Farming-Projekte in spanischen Rindermast- und Milchviehbetrieben gewidmet war. Die Veranstaltung brachte Vertreterinnen und Vertreter öffentlicher Verwaltungen, von Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen sowie Landwirtinnen und Landwirte zusammen, um die Herausforderungen und Chancen der Emissionsminderung in der Nutztierhaltung zu diskutieren.
Eröffnet wurde die Konferenz von Matilde Moro, Geschäftsführerin von ASOPROVAC. Sie erläuterte den erheblichen Aufwand und die präzise fachliche Arbeit, die erforderlich waren, um die Landwirtinnen und Landwirte während des gesamten Projekts zu begleiten. Moro hob die Weiterentwicklung des eingesetzten Tools zur Berechnung des CO₂-Fußabdrucks hervor, das von zehn Jahren kontinuierlicher Verbesserung profitiert hat. Zudem dankte sie den teilnehmenden landwirtschaftlichen Betrieben und Partnerunternehmen, deren freiwillige Zusammenarbeit entscheidend dazu beigetragen hat, die Messsysteme zu verbessern und neue Optimierungspotenziale im Sektor zu identifizieren.
Den Hauptvortrag hielt Koen Deconinck, Ökonom und Policy Analyst bei der OECD. Er beleuchtete die Unterschiede in den Umweltauswirkungen verschiedener Agrar- und Lebensmittelprodukte sowie die wachsende Nachfrage nach Umweltinformationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. In seinem Vortrag erläuterte er globale Trends bei der Zuordnung von Produktauswirkungen zu unterschiedlichen Scopes und Akteuren der Lieferkette. Darüber hinaus analysierte er die derzeit zunehmende Zahl von Instrumenten zur Umweltbewertung und betonte die Bedeutung nationaler Daten, um die Robustheit und Vergleichbarkeit von Umweltbewertungssystemen sicherzustellen.
Anschließend stellte Anaïs L’Hôte die Erfahrungen mit dem französischen Label Bas Carbone vor, einem der führenden europäischen Rahmenwerke für die Entwicklung landwirtschaftlicher Emissionsminderungsprojekte. Die Vertreterin von IDELE gab Einblicke in den ungefähren Marktwert französischer CO₂-Zertifikate und das Profil der Unternehmen, die derzeit in Initiativen zur Dekarbonisierung der Landwirtschaft investieren.
Als eine der Stärken des französischen Modells hob L’Hôte das hohe Engagement der Landwirtinnen und Landwirte hervor. Dies zeigt sich darin, dass lediglich 7 % der Teilnehmenden vor Abschluss des Projekts ausstiegen. Darüber hinaus betonte sie die hohe technische Effizienz, die durch die Einbindung von Beratungsdiensten und Organisationen vor Ort erreicht wurde und es ermöglichte, die abschließenden Audits strikt innerhalb des vorgesehenen Zeitrahmens durchzuführen. Zudem unterstrich sie die Robustheit des Zertifizierungsprozesses, der die ordnungsgemäße Anwendung der Monitoring-Instrumente sicherstellt und eine faire Vergütung der Teilnehmenden gewährleistet.
Der zweite Teil der Konferenz konzentrierte sich auf die praktische Umsetzung in Spanien. Óscar del Hierro, Wissenschaftler bei Neiker, erläuterte die Funktionsweise von BOVID CO2, einem zentralen Bestandteil des Projekts. Del Hierro hob die Leistungsfähigkeit dieses Tools hervor, das speziell auf der Grundlage nationaler Emissionsfaktoren und Datenbanken entwickelt wurde. Insbesondere verwies er auf die Integration eines innovativen Futtermittelrechners als einen der bedeutendsten Beiträge von BOVID CO2. Diese Entwicklung wurde durch die enge Zusammenarbeit mit Genossenschaften und Futtermittelunternehmen ermöglicht und eröffnet neue Möglichkeiten zur Optimierung von Fütterungsstrategien – einem der wichtigsten Bereiche mit besonders großem Potenzial zur Emissionsminderung.
Roberto Jiménez, Techniker bei ASOPROVAC und technischer Koordinator des LIFE Carbon Farming-Projekts in Spanien, stellte seinerseits die im Rahmen der Initiative entwickelten Carbon-Farming-Projekte vor. In diesen Projekten werden Maßnahmen zur Emissionsminderung und Kohlenstoffbindung umgesetzt, mit dem Ziel, die erzielten Ergebnisse zu zertifizieren und potenziell handelbare CO₂-Zertifikate zu generieren. Jiménez präsentierte die Entwicklung der CO₂-Fußabdrücke der teilnehmenden Betriebe im Verlauf des Projekts, die sich aus der Umsetzung von Minderungsmaßnahmen in unterschiedlichen Produktionssystemen ergab. Abschließend stellte er die Ergebnisse der Carbon-Farming-Projekte vor, die aus dieser umfassenden technischen Beratungs- und Monitoringarbeit hervorgegangen sind.
Nach der Vorführung eines Videos, das die tägliche Umsetzung des Projekts auf einem teilnehmenden landwirtschaftlichen Betrieb in Segovia veranschaulichte, wurde die Veranstaltung offiziell von Isabel Rodríguez Hurtado, Dekanin der Veterinärwissenschaften an der UAX, und Ana Díaz Pérez, stellvertretende Direktorin für Lebensmittelqualität und Nachhaltigkeit im spanischen Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung, beendet.
Rodríguez Hurtado betonte nachdrücklich die entscheidende Rolle von Tierärztinnen und Tierärzten als zentrale Akteure und Wegbegleiter bei der ökologischen Transformation des Primärsektors. Ana Díaz Pérez unterstrich abschließend, dass nachhaltige Produktionssysteme gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten entwickelt werden müssen, und hob hervor, dass dieser Wandel eine große Chance für die Zukunft des Sektors darstellt.
Der Erfolg und die Robustheit des Projekts in Spanien sind das Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen eines starken multidisziplinären Konsortiums. Unter der Koordination von ASOPROVAC Nacional vereint das spanische Konsortium des LIFE Carbon Farming-Projekts führende Organisationen aus den Bereichen Nutztierproduktion, technische Beratung, Wissenschaft und Wirtschaft: Agacal, COVAP, SERIDA, Lursail, Lactiber, ASOPROVAC Castilla y León, ASOPROVAC Cataluña, AINTA, Neiker und Global Factor.
Gemeinsam tragen diese Organisationen im Rahmen der übergeordneten europäischen LIFE Carbon Farming-Initiative zur Entwicklung praxisnaher und glaubwürdiger Carbon-Farming-Lösungen für den spanischen Nutztiersektor bei.






