Im Rahmen der Maßnahme C5 „Aufbau eines EU-Netzwerks für kohlenstoffarme Landwirtschaft“ fand am 25. Oktober 2025 in der Lombardei auf der italienischen Landwirtschafts- und Viehzuchtmesse in Montichiari (BS) die zweite nationale Netzwerkveranstaltung des LIFE CARBON FARMING-Projekts mit dem Titel „Carbon Farming: eine mögliche Chance für Milchviehbetriebe“ statt. Ziel der Veranstaltung war es, den bedeutenden Beitrag der Milchwirtschaft zum Kampf gegen den Klimawandel aufzuzeigen und den Prototyp eines Finanzierungssystems zu beschreiben, das Anreize für die Anwendung bewährter Verfahren zur Emissionsminderung und zur Steigerung der Kohlenstoffbindung schaffen kann. An der Veranstaltung nahmen Landwirte, Techniker, Vertreter von Branchenverbänden, Verwaltungsfachleute, Forscher und andere Interessengruppen aus ganz Italien teil.
Die Veranstaltung wurde von Dr. Giacomo Pirlo, dem ehemaligen Forschungsdirektor des CREA, moderiert. Zu Beginn stellte Dr. Luciano Migliorati vom CREA (Forschungszentrum für Tierproduktion und Aquakultur) in Lodi das Projekt LIFE CARBON FARMING vor und erläuterte dessen Ziele, Maßnahmen und erwartete Ergebnisse. Anschließend stellte Dr. Saverio Maluccio vom CREA (Forschungszentrum für Agrarpolitik und Bioökonomie) in Rom den Mechanismus der freiwilligen Emissionszertifikate auf dem italienischen Forstmarkt sowie die Funktionsweise des nationalen Emissionszertifikatenregisters vor und erläuterte kurz den relevanten Rechtsrahmen und die auf Carbon Farming angewandten Methoden. Anschließend präsentierte Dr. Lucia Zingale vom CREA (Forschungszentrum für Tierproduktion und Aquakultur) in Lodi die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung von 28 Milchviehbetrieben im Gebiet des Konsortiums Parmigiano Reggiano. Vor der Einführung von Minderungsstrategien erläuterte sie den Mechanismus für den Kauf und Verkauf von Emissionszertifikaten und zeigte die Ergebnisse einer Fallstudie eines Betriebs mit der Einführung von Minderungsmaßnahmen auf.

Die Veranstaltung wurde mit einem Vortrag von Andrea Scarabello von UNICARVE fortgesetzt, der die Rolle der Rinderzuchtverbände bei der Förderung der ökologischen Nachhaltigkeit in der Lieferkette darlegte und einige Beispiele für von Landwirten angewandte Klimaschutzstrategien aufzeigte. Darüber hinaus erläuterte Dr. Luca Cotti, Mitglied des Verwaltungsrats des Konsortiums für Parmigiano Reggiano, das Engagement des Konsortiums für die Nachhaltigkeit von Milchviehbetrieben. Abschließend erläuterte Dr. Andrea Bassini, technischer Direktor der A.I.A. (Italienischer Züchterverband), die grundlegende Rolle der Rinderzüchter als Bewahrer des Landes und Hüter der Umwelt. Die Veranstaltung endete mit Beiträgen aus dem Publikum, die eine interessante Diskussion im Konferenzraum auslösten, insbesondere über das von der Europäischen Kommission festgelegte Verfahren zur Bestimmung des Basiswerts, der zur Festlegung der von Unternehmen erzeugten Menge an Emissionszertifikaten herangezogen wird.
Demonstrationstag für landwirtschaftliche Betriebe in Italien im Rahmen des LIFE CARBON FARMING-Projekts – Oktober 2025
Am 27. Oktober 2025 fand in der Emilia-Romagna im Rahmen der Maßnahme C5 des Projekts ein Demonstrationstag für landwirtschaftliche Betriebe statt. Der Besuch erfolgte auf dem Betrieb Ancellotti Sergio e Roberto in Varano de’ Melegari in der Provinz Parma. Der Betrieb ist auf die Zucht italienischer Holstein-Rinder für die Milchproduktion zur Verarbeitung zu Parmigiano Reggiano-Käse spezialisiert. Dieser Betrieb hat verschiedene Strategien zur Verbesserung des Tierschutzes umgesetzt, wie z. B. die Vergrößerung des Platzangebots pro Jungtier, die Verbesserung der Belüftung in den Ställen, die Bereitstellung von Schatten für die Tiere und den Zugang zu Weideland für trockengestellte Tiere sowie genetische Verbesserungen und die Abdeckung von Güllebehältern, was sich positiv auf die ökologische Nachhaltigkeit des Betriebs auswirkt. Der Tag der offenen Tür bot die Gelegenheit, Diskussionen unter den Teilnehmern anzuregen und den Austausch von Wissen und Erfahrungen über die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen und deren Auswirkungen auf die Treibhausgasemissionen zu fördern.







