Am 23., 24. und 26. Juni fand unser drittes dreitägiges europäisches Treffen in der Grafschaft Meath, Irland, statt.
Der erste Tag fand in Grange statt, wo die Projektpartner und Landwirte von Teagasc und der Europäischen Kommission empfangen wurden. Der Vormittag war einer Reihe von Präsentationen gewidmet:
Paul Crosson (Leiter von Teagasc Grange) stellte die Ziele und die Mission der Einrichtung vor.
Emanuele Paolo Sicuro (Europäische Kommission) skizzierte die laufenden Arbeiten am EU-Rahmenwerk für die CO₂-Zertifizierung, wobei der Schwerpunkt auf der Einbeziehung von Emissionen aus der Tierhaltung lag.
Bernard Harris (Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Meeresangelegenheiten) stellte Irlands Bemühungen zum Aufbau eines nationalen Rahmens für eine kohlenstoffarme Landwirtschaft vor
Dale Crammond (Meat Industry Ireland) stellte Nachhaltigkeitsinitiativen aus dem fleischverarbeitenden Sektor vor.
Anaïs L’Hôte (Institut de l’élevage) stellte das LIFE-Carbon-Farming-Projekt vor und berichtete über dessen Fortschritte und erste Ergebnisse.
George Ramsbottom (Teagasc) und Niamh Bambrick (Bord Bia) stellten die Rolle des Signpost-Programms und von Origin Green bei der Förderung der Einführung von Carbon Farming in Irland im Zusammenhang mit dem Agnav-Kohlenstoff-Audit-Tool vor.
Am Nachmittag besuchten die Teilnehmer die Forschungseinrichtungen von Teagasc Grange mit Schwerpunkt auf Rindfleischproduktionssystemen. Sie besichtigten Versuchsflächen zum Thema Weide- und Herdenmanagement.
Zu den wichtigsten vor Ort beobachteten Ergebnissen gehörten:
Silage auf Basis einer Mischung aus Weidelgras und Klee führt zu einer um 27 kg höheren Gewichtszunahme pro Tier im Vergleich zu reiner Weidelgras-Silage.
Ochsen können bereits im Alter von 20 Monaten schlachtreif sein, verglichen mit dem irischen Durchschnitt von 26 Monaten.
Teagasc leitet mehrere Studien zur Reduzierung enterischer Methanemissionen, darunter:
- Einsatz von Grünfutter zur Messung der Emissionen;
- Futterzusätze auf Basis von Algen oder Ölen (z. B. Leinöl und Rapsöl);
- Chemische Hemmstoffe wie Bovaer (36 % Emissionsreduktion ohne Auswirkungen auf die Futteraufnahme);
- Calciumperoxid (30 % Reduzierung, mit vielversprechender Anpassungsfähigkeit an irische Systeme).
Die Forschung muss fortgesetzt werden, aber diese ersten Ergebnisse sind sehr ermutigend.
Am zweiten Tag ging es um Grünlandbewirtschaftung und Kohlenstoff – ein zentrales Thema der irischen Landwirtschaft.
Die Teilnehmer begannen den Tag mit einem Besuch der Rindermastfarm von John Dunne in Tinnacrannagh, Grafschaft Offaly – einem Teilnehmer am Signpost-Programm, an „Future Beef“ und am LIFE-Carbon-Farming-Projekt.
Dies war eine großartige Gelegenheit für die Teilnehmer, ein System kennenzulernen, in dem die Grünlandbewirtschaftung den Grundstein der Produktion bildet. Einer der Höhepunkte war die Beobachtung der Eddy-Kovarianz-Technik in Aktion – sie liefert kontinuierliche Messungen der Stoffströme zwischen dem Boden und der Atmosphäre.
Durch die Überwachung von Veränderungen der Windgeschwindigkeit und der Gaskonzentrationen (CO₂ und CH₄) ermöglicht diese Technik die Erfassung von Informationen über:
– Kohlenstoffaufnahme der Pflanzen
– Tieratmung
– der Atmung des Ökosystems
– Methanfreisetzung
Anschließend begaben sich die Teilnehmer zu Kepaks grosser Rinderfarm in Caulstown, County Meath – einem Mastbetrieb mit Aufzucht und Fleischrindern.
Im Mittelpunkt der Gespräche mit dem Farmteam und den Teilnehmern standen der Grasertrag und die Leistungsfähigkeit der Tiere.
Auch dieser zweite Tag war geprägt von einem wertvollen Austausch, der bei den anwesenden Landwirten und Beratern zum Nachdenken anregte und ihnen tiefere Einblicke in die irische Rinderzucht vermittelte.
Der letzte Besuch des dreitägigen europäischen Treffens fand auf Michael McGuigans Blackwater Farm in Longwood, County Meath, statt. Dabei handelt es sich um einen Rinderzuchtbetrieb, der am LIFE Carbon Farming Project sowie an den Programmen Future Beef und SignPost teilnimmt. Der Betrieb wurde 2016 im Rahmen eines Berufswechsels erworben und ist kein Familienbetrieb – ein Gegensatz zur Mehrheit der irischen Betriebe.
Zu den Maßnahmen zur Verringerung des CO₂-Fußabdrucks des Betriebs gehören:
– Senkung des Alters bei der ersten Kalbung
– Senkung des Schlachtalters
– Verbesserung der Genetik für eine höhere Produktivität
– Optimierung der Grünlandbewirtschaftung
Es ist wichtig zu beachten, dass all diese Maßnahmen auch wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen – eine Win-Win-Situation für Nachhaltigkeit und Rentabilität.
Während des Besuchs diskutierten die Teilnehmer verschiedene Themen wie landwirtschaftliche Infrastruktur und Tierschutz; Zucht (Michael setzt eine Mischung aus Simmental-, Charolais- und Limousin-Genetik ein); finanzielle Unterstützung für irische Landwirte; Grünland – mit besonderem Fokus auf Klee, der eine Schlüsselrolle bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen in der Tierhaltung spielt –; Wasserressourcen (entlang der Flussufer werden Hecken gepflanzt, um die Wasserqualität zu schützen und die Biodiversität zu fördern).
Am Nachmittag versammelten sich die europäischen Partner bei Teagasc Grange, um unsere Projektlenkungsgruppe abzuhalten.












