Vom 18. bis 20. März organisierten die EDE von Puy-de-Dôme, die Landwirtschaftskammer von Cantal und das Institut für Tierhaltung die ersten nationalen Treffen des Projekts, bei denen Interessengruppen und Experten zusammenkamen, um über Carbon Farming und die CO2-Zertifizierung zu diskutieren.

Ein erster Tag mit Diskussionen und Präsentationen

Der erste Tag war Vorträgen im Innenbereich gewidmet, um die Themen Carbon Farming und Kohlenstoffzertifizierung sowie deren praktische Anwendung in der Auvergne besser zu verstehen. Ein Überblick über die Landwirtschaft im Zentralmassiv hob die spezifischen Merkmale der Region hervor: ein Gebiet der Weideviehhaltung mit überwiegend familiengeführten Betrieben von bescheidener Größe. Die beteiligten Betriebe in Cantal und Puy-de-Dôme sollen über einen Zeitraum von fünf Jahren eine Reduzierung von insgesamt 18.214 Tonnen CO2-Äquivalent erzielen, was 10.290 Hin- und Rückflügen zwischen Paris und New York entspricht.

Anschließend wurden die Fortschritte des LIFE-Carbon-Farming-Projekts detailliert vorgestellt. Das Projekt zielt darauf ab, eine gemeinsame europäische Methode für die CO2-Zertifizierung zu etablieren und die mit der Umsetzung von Projekten zur CO2-Reduzierung verbundenen Kosten zu bewerten.

Das Institut für Klimawirtschaft (I4CE) informierte über den aktuellen Stand der CO2-Zertifizierung. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Entwicklung des „Low Carbon Label“ im Jahr 2025 und dem europäischen Rahmenwerk für die CO2-Zertifizierung.

Abschließend berichtete ein Vertreter von Crédit Agricole Centre-France über die Erfahrungen und Initiativen des Unternehmens zur Reduzierung seines CO₂-Fußabdrucks.

Ein zweiter Tag vor Ort

Der 19. März war Feldbesichtigungen gewidmet, bei denen konkrete Diskussionen über nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken stattfanden. Ein großes Dankeschön an die GAEC du Bois Joli und das INRAE in Marcenat für ihre Gastfreundschaft.

Besuch bei GAEC du Bois Joli

Von Patrice Chassard begrüßt, entdeckten die Teilnehmer einen Betrieb, der seine Milch vollständig für die Herstellung von Saint-Nectaire-Käse verwertet. Mit 120 Milchkühen in einem Weidesystem erstrecken sich die natürlichen Weiden auf eine Höhe von 800 bis 1.300 Metern. Der Betrieb nutzt während der Weidesaison einen mobilen Melkstand. Die Bruttomilchemissionen belaufen sich auf 0,92 kg CO2-Äquivalent pro Liter, wovon 70 % durch die Kohlenstoffspeicherung in Weiden und 19 km Hecken ausgeglichen werden.

Joël Guillemin erläuterte die Umweltergebnisse der AOP-Käsebranchen der Auvergne und hob hervor, dass Grünlandbetriebe durchschnittlich 30 % ihrer Treibhausgasemissionen durch Kohlenstoffspeicherung kompensieren.

Émilie Delort (Association des Fromages d’Auvergne) und Émilie Rousset (Interprofession du Saint-Nectaire) stellten den Sektor der fünf AOP-Käsesorten der Auvergne vor und betonten, dass die Region Auvergne-Rhône-Alpes 34 % des französischen AOP/IGP-Volumens produziert und dass der Sektor nach Michelin der zweitgrößte Arbeitgeber der Region ist.

Besuch beim INRAE in Marcenat

Das INRAE in Marcenat ist Teil von Herbipôle, einer groß angelegten Versuchsplattform auf regionaler und internationaler Ebene. Der Standort beherbergt 180 Milchkühe mit einer durchschnittlichen Milchleistung von 6.500 kg pro Kuh sowie 400 Hektar Dauergrünland (170 ha für den Mähschnitt und 230 ha für die Beweidung).

Dort werden mehrere Forschungsprojekte durchgeführt:

  • Marcinelle: Ein Experiment zur Vereinbarkeit der Viehzucht mit gesellschaftlichen Erwartungen durch einen partizipativen Ansatz, an dem Landwirte, Berater, Forscher und Bürger beteiligt sind. Das Projekt zielt darauf ab, innovative Lösungen für eine nachhaltigere Milchwirtschaft zu erproben.
  • Adaopt: Unterstützung der AOP- und IGP-Milchwirtschaft bei der Anpassung an den Klimawandel. So testet das Projekt beispielsweise alternative Futtermittel und bewertet deren Auswirkungen auf die Käsequalität.
  • Compeale: Eine Studie über den Zusammenhang zwischen dem Fressverhalten von Kühen und der Biodiversität auf Grünland sowie dessen Auswirkungen auf die Methanemissionen.

Dritter Tag bei GAEC Francon

Am dritten Tag dieser Treffen fand ein Tag der offenen Tür auf dem GAEC Francon (Tanavelle) statt. GAEC Francon ist ein auf die Charolais-Rasse spezialisierter Rinderbetrieb mit 260 Großvieheinheiten (GVE), 3,5 Vollzeitäquivalenten und 100 % Dauergrünland. Seine Bruttoemissionen aus der Fleischproduktion belaufen sich auf 17,6 kg CO2-Äquivalent pro kg, wovon 22 % durch die Kohlenstoffspeicherung in seinen Grünflächen und Hecken ausgeglichen werden.

Das CO2-Reduktionsprojekt des Betriebs konzentriert sich auf:

  • Stromerzeugung über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach;
  • Reduzierung der Färsen-GVE durch Senkung der Erneuerungsrate;
  • Verbesserung des PBVV/VE durch Erhöhung des Tierkomforts in den Ställen (Gummimatten auf Spaltenböden);
  • Anstreben der Proteinautonomie (Übesaat, Kalkung, frühzeitiges Mähen);
  • Vergärung von tierischen Abfällen.

Darüber hinaus wird auf territorialer Ebene ein Biogasprojekt entwickelt. Ziel ist es, eine Lösung zu erproben, mit der das von möglichst vielen Betrieben erzeugte Biogas auf einfache und zugängliche Weise gesammelt werden kann. Dieses Biogas könnte dann lokal für den Eigenverbrauch in den Betrieben und für den Verkauf von überschüssiger Energie genutzt werden.

Dieser Tag der offenen Tür bot auch die Gelegenheit, das LIFE-Carbon-Farming-Projekt und seine ersten Ergebnisse einem breiteren Publikum vorzustellen.

Diese nationalen Treffen trugen dazu bei, den Projektfortschritt zu bewerten, Interessengruppen für künftige klima- und landwirtschaftliche Herausforderungen zu mobilisieren und konkrete Maßnahmen vor Ort zu präsentieren, die zur Verringerung des CO₂-Fußabdrucks von Mischbetrieben (Ackerbau und Viehzucht) umgesetzt wurden.